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Europa erholt sich

Zurück zur Übersicht23.06.10

In ihrer Frühjahrsprognose sieht die Europäische Kommission Europas Wirtschaft auf Erholungskurs. Nach der tiefsten Rezession in ihrer Geschichte dürfte die EU-Wirtschaft 2010 um ein Prozent und 2011 um rund 1,75 Prozent wachsen. Damit erwartet die Kommission für dieses Jahr ein um 0,25 Prozentpunkte höheres Wachstum als noch in ihrer Herbstprognose. Vor allem für die Exporte sieht es aufgrund der deutlich anziehenden Weltkonjunktur besser aus. Allerdings bleibt die Inlandsnachfrage schwach und der Aufschwung damit verhalten. Die Erholung gehe sehr viel langsamer vonstatten als nach früheren Rezessionen. Das sei nach Finanzkrisen aber auch nicht ungewöhnlich, so die Experten der Kommission. In Ländern mit starkem Exportsektor wie Deutschland, Dänemark und Belgien fällt die Erholung kräftiger aus als im EU-Schnitt. Für Deutschland erwartet die Kommission in diesem Jahr. Die Wirtschaft in der Europäischen Union kommt allmählich wieder in Fahrt. Das ist auch ein Erfolg der umfassenden staatlichen Ausgabenprogramme zur Stützung der Konjunktur.

Viele noch nicht über den Berg
Die meisten EU-Länder können demnach in diesem Jahr wieder mit Wachstum rechnen und die Rezession damit beenden. Noch nicht über dem Berg sind allerdings von den Euro-Ländern Spanien, Griechenland, Irland und Zypern und außerhalb der Eurozone Lettland und Litauen. Hier schrumpft die Wirtschaftsleistung auch 2010 noch weiter. Mit Ausnahme von Griechenland werden laut EU-Prognose 2011 aber alle Länder wieder ein Wachstum vorweisen können.

Wirtschafts- und Währungskommissar Olli Rehn erklärte: „Wir müssen nun dafür sorgen, dass das Wachstum nicht durch Risiken im Zusammenhang mit der Finanzstabilität beeinträchtigt wird. Nachhaltiges Wachstum erfordert eine entschlossene Haushaltskonsolidierung und Reformen, die sich positiv auf Produktivität und Beschäftigung auswirken.“

Arbeitsmarkt zeigt erste Anzeichen von Stabilisierung
Auch auf dem Arbeitsmarkt sind erste Anzeichen einer Stabilisierung zu erkennen. Die Arbeitslosenquote dürfte in der EU in diesem Jahr noch um fast einen Prozentpunkt auf 9,8 Prozent steigen, aber dann bereits wieder leicht sinken. Damit würden sie unter den früheren Prognosen von über zehn Prozent bleiben. Deutschland bildet hier neben Polen die große Ausnahme. Hier ist die Quote nur minimal gestiegen und dürfte nun bei 7,8 Prozent nach international harmonisierter Erhebung bleiben.

Die Rezession und die Wiederbelebung der Konjunktur haben in den vergangenen zwei Jahren allerdings große Löcher in die staatlichen Haushalte gerissen. In den Jahren 2009 bis 2011 dürften sowohl in der Eurozone als auch in der EU die Defizite im Schnitt über sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen - doppelt so hoch wie im Maastricht-Vertrag festgelegt. Dieses Jahr dürfte das Defizit im EU-Schnitt mit 7,2 Prozent des BIP sogar den höchsten Stand erreichen. Immerhin könnten die Defizite 2011 in den meisten Ländern wieder etwas niedriger ausfallen. Der Schuldenstand steigt allerdings trotzdem weiter, und wird im kommenden Jahr sowohl in Deutschland als auch in der EU insgesamt wohl auf über 80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes klettern. (Fischer-Partner.ORG / N. Staub)

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